Sonntag, 19.07.2026 in St. Maria Empfängnis Venn:Neuer Apostelinnen-Leuchter eingeweiht

Maria von Magdala ins richtige Licht rücken
Maria von Magdala und der Apostelinnen-Leuchter in der Venner Kirche St. Maria Empfängnis
Der neue Apostelinnen-Leuchter in der Venner Kirche St. Maria Empfängnis wurde am Sonntag, dem 19.07.2026, feierlich enthüllt und eingeweiht. Er erinnert an die große Heilige Maria von Magdala, die Papst Franziskus 2016 als "Apostelin der Apostel" rehabilitiert hatte.
Schon von weitem sieht man den großen Rollstein, der den Eingang des Grabes Jesu verdeckt hat. Ein riesiger Stein, aus Platten von Eichenholz, die wie die Schuppen eines großen Fisches anmuten. Aus der Grabhöhle heraus leuchtet ein Licht in verschiedenen Farben.
Beim Näherkommen sieht man eine schmale Gestalt neben dem riesigen Stein. Aus einem einzigen Baumstamm ist sie geformt. 300 Jahre altes Eichenholz zeigen eine hohe Beständigkeit und Feste. Sie symbolisieren die Resilienz der Maria von Magdala, die über 2000 Jahre Kirchengeschichte vieles erlebt hat. Aus der treuen Jüngerin Jesu wurde zunächst die „Apostelin der Apostel“, wie sie in der Urkirche und bis ins Mittelalter genannt wurde. Sie war die Erstzeugin der Auferstehung Jesu und die Erstverkünderin der Botschaft „Jesus lebt“ an die Apostel, Jüngerinnen und Jünger Jesu.
Das alte Eichenholz mit seinen Wurmlöchern und „Verletzungen“ deuten aber auch auf eine Geschichte von Diffamierung und Ausgrenzung. Im Mittelalter stellte Papst Gregor I. Maria von Magdala mit der namenlosen Sünderin in den Evangelien gleich und machte so aus ihr eine Sünderin und Prostituierte. So wurde sie zu der großen Büßerin im Heiligenkreis. Aus heutiger Sicht gibt es keine theologischen oder exegetischen Gründe oder Beweise, die die Entscheidung aus dem 6. Jahrhundert stützen könnten.
In ihren Händen hält sie ein Licht. Zielstrebig geht Maria von Magdala den Betrachtenden entgegen. Mit dem Licht in ihren Händen lädt sie ein, selbst hinter den Stein, ins Dunkel zu schauen: „Du musst hinter die Dinge schauen...“, so scheint sie uns zuzusprechen. „Im Dunkel des Grabes kannst Du das Licht finden, neues Leben. Der Tod hat keine Macht mehr. Jesus lebt – auch für dich!“
Aus dem alten festen Eichenholz hat die Künstlerin Sonja Toepfer eine Figur, eine Frauengestalt geschnitzt. Ernst und nachdenklich schaut sie die Betrachtenden an. In der Venner Kirche St. Maria Empfängnis ist sie jetzt wieder das, was sie immer war: „Apostelin der Apostel“. Sie erzählt uns heute vom Dunkel und vom Leben, vom Sichtbarmachen der vergessenen Frauen in der Kirchengeschichte, vom einem Willkommen aller Menschen.
Ihr Lebensbuch lädt dazu ein, das eigene Leben (Gedanken und Bitten) mit allen zu teilen.
Dankesworte:
Unser Dank gilt besonders der Künstlerin Sonja Toepfer, die nicht nur einen einfachen Kerzenhalter, sondern eine ganze Installation aus 300 Jahre alten Eichenholz geschaffen hat, die die Menschen berührt – und dem unermüdlichen Einsatz von Yasmin Raimundo Ochoa (geistliche Leitung im Diözesanverband der kfd Aachen) und Madeleine Helbig-Londo (Frauenseelsorge im Bistum Aachen)!
Wir sind unglaublich stolz und dankbar für all die schönen und unterstützenden Begegnungen und Gespräche mit den Initiatorinnen und der Künstlerin, die uns seit dem Gewinn des Leuchters im Sommer 2025 bis heute begleitet haben.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Initiatorinnen des Wettbewerbs „Ein Licht für euch“ unter der Schirmherrschaft von Christa Nickels (ehemaliges Mitglied im deutschen Bundestag) - dem kfd Diözesanverband Aachen, der Frauenseelsorge im Bistum Aachen und bei den Spender*innen für den Leuchter.
Wir freuen uns sehr, dass Maria von Magdala durch den Apostelinnen-Leuchter in der Venner Kirche ein Zuhause erhalten hat.
Das Venner Team "Apostelinnen-Leuchter"
Elke Aretz, Angela Hillekamp, Astrid Köhler, Carmen Küster, Petra Lemmen, Heike Scholten, Gabriele Vogt, Inge von Wirth, Manuela Thies-Diekamp